diefackel.com - Aufstand der Techno-NegerEin Film mit Will Smith. Normalerweise kann das nur in die Hose gehen. Und auch diesem Film ergeht es nicht anders. Dürftige Story gepaart mit netten Special Effects ist das altbekannte Zaubermittel Hollywoods. Es ist schon seltsam, dass man mit dieser Taktik immer wieder Erfolg haben kann. Bestes und vielleicht eines der ersten Beispiele war der einschlägig bekannte Independence Day vom patriotischten deutschstämmigen Amerikaner Roland Emmerich, der sich mittlerweile anschickt auch Arnold „I’ll be back“ Schwarzenegger den Rang als Patriot – Idiot Nummer 1 von Amerika abzulaufen.
Doch nun zum Film, der im Jahre 2035 spielt.
Die erste Szene mit dem Prinz von Bel Air ist für die Mädels im Kino. Will als Muki – Mann in der Unterflack bzw. unter der Dusche. Erstes Aufraunen in der Menge. Kreischende pubertierende junggebliebene Tussis werfen mit BH’ s Richtung Leinwand.
Eine gewisse Analogie zu dem letzten großen Film Hollywoods Troja ist durchaus zu erkennen. Dort übernahm ja Brad „ich bumse Rätschl aus Friends“ Pitt die Unterhosen – Model – Rolle.
Langweilig. U-u-u-a-a-a-h (erste Zweifel an den zuvor optimistisch gestellten Erwartungen kommen auf).
Nächste Szene. Hier wird die Bezeichnung „Product Placement“ neu definiert. Will Smith bekommt ein Päckchen, in dem sich 30 Jahre alte All Star – Converse Patschen befinden, die dann auch kamerawirksam ins rechte Bild gerückt werden. Das Converse Zeichen prangt über die ganze schätzomativ über 100 m² große Leinwand. 5 Minuten später werden die Schuhe dann nochmals eindrücklich vorgestellt. Spätestens hier hat man(n) begriffen, dass die 7.50 Euro doch besser in Bier investiert werden hätten sollen. Frau freut sich nach wie vor, die Mukis haben ihre Wirkung nicht verfehlt.
Product Placement, die zweite. Es ist vom Auto des tapferen Helden die Rede. Saugeil muss das Teil demnach sein und die primäre Aufgabe scheint es auch zu erfüllen. Jedenfalls für einen Jugendlichen (=Kumpel vom Held), der damit Schnitten anbaggern will. Ein Dosenöffner im Zukunftsformat also. Dann bald der große Auftritt des Flitzers.
Ein Booooh – Eeeeeh geht durch die Menge. Diesmal sinds die männlichen Deutschen, die in die Popcorntüten sabbern. Das Objekt der Begierde: ein A-U-U-U-D-I. (Gähn).
Vorsprung durch deutsche Technik (nochmals Gähn). Dafür haben die Ingenieure auch das Rad neu erfunden. Die Autos der Zukunft fahren nämlich auf vier Kugeln. Damit sind Seitwärts – Manöver und Pirouetten möglich, bei deren Anblick selbst Kampfpiloten fliehkraft – technisch augenblicklich zum Kotzen anfangen.
Um bei Aufnahmen von Will Smith’s Schädel auch Werbung machen zu können, sind die 4 Ringe Audi’s auch auf den Kopfstützen angebracht. So was ist nicht mal in einem 007 Marke Pierce Brosnan zu sehen. Respekt!
Die eigentliche Story des Films ist kurz und schnell erklärt. Roboter helfen dem Menschen bei all den Dingen, die keiner machen will. Müll entsorgen, Scheißhaus putzen und solche Sachen. Die nächste Roboter – Generation kommt, ist irgendwie intelligenter (kann angeblich dazu lernen) und alles gerät aus den Bahnen. Will ist den Blechbüchsen gegenüber von vornherein skeptisch eingestellt (Grund ist ein herzzerreißendes Trauma), lernt durch einen Mord ne Computer – Schnitte kennen (praktisch unmöglich), den einzigen intelligenten Roboter namens „Son(n)y“ (Zufall oder beabsichtigt?) und klärt die Tat auf. Dieser intelligente Roboter wird übrigens des Mordes an seinem Konstrukteur verdächtigt. Will{y} wird noch skeptischer.
Viel interessanter ist da ein anderer Aspekt. Die Roboter werden über einen immer möglichen Download mit den neuesten Updates ihrer Betriebs – Software versorgt. Klingelt’s schon? Ist doch eine altbekannte Funktion von Windows. Ein Seitenhieb auf Billy Boy? Nicht wirklich ersichtlich. Ein Logo mit Windows Server 2035 ist allerdings im Film nicht zu erkennen, würde aber das Chaos erklären.
Auch noch erwähnenswert: der kluge, freundliche Roboter ist nicht nur der erste, der richtig intelligent sprechen kann, nein am Schluss schauen alle anderen Blechdosen zu ihm als Anführer auf. Erinnert irgendwie an „Planet der Affen“.
Der Schluss lässt auch einen gedanklichen Schluss zu: Fortsetzung folgt? (95% ige Chance).
Eins noch. Will ist auch Executive Producer. Damit wären wenigstens die Fragen bezüglich der Werbung geklärt.
Langer Artikel, kurzer Sinn! Audi Fans können bedenkenlos zur Kinokarte greifen. Die anderen können auch bis zum Erscheinen der DVD warten und sich stattdessen den neuen Film mit Ben Stiller in nächster Zeit anschauen, wo auf jeden Fall die Vorschau schon ganz lustig ist.