...larger than life

Herzlichen Glückwunsch zum 63. Geburtstag lieber Kim, von der Sonne beschienener großer Führer des mächtigen Nordkorea. Möge dir ein langes Leben gegeben sein.

Der Schutz der revolutionären Führung um jeden Preis ist der höchste Patriotismus und die erste Priorität unseres Militärs und des Volkes.

Aber du bist nicht der einzige, der sich ab und zu mal einen genehmigt.

Ich glaube ein Diktator kann gar kein Alkoholproblem haben. Alkohol hat er bestimmt immer. Aber das Problem damit haben andere und im Irrenhaus sind ohnehin nur arme Menschen. Reiche Leute – und dazu zählen auch Diktatoren - haben höchstens einen leichten Spleen.

Der bei uns fast schon zum Popstar mutierende Kim Jong Il zum Beispiel teilt ein nicht so besonders ausgefallenes Hobby mit Alfred Gusenbauer: Er hat einen riesigen Weinkeller mit exquisiten Weinen. So wie ein anderer österreichischer Politiker leidet er (Kim) unter seiner geringen Körpergröße. Kompensieren dürfte er (wieder Kim natürlich) das mit sexuellen Ausschweifungen, angeblich unterhält er eine private Stripperinnencombo. Außerdem sammelt er RX-7-Sportautos. Fehlt eigentlich nur noch, dass er Michael-Jackson-Fan ist.

Der Personenkult rund um Kim gehört sowieso zum Diktatorenstandard. Personenkult und Diktatoren, das geht Hand in Hand wie Tripper und der Geschlechtsverkehr in polnischen Untergrundpuffs.

Mobutu Sese Seko Nkuku wa za Banga, grob übersetzt etwa "der allmächtige Krieger, der, aufgrund seiner Ausdauer und seines Siegeswillens, flammenden Schrittes von Sieg zu Sieg schreitet", hat als Kopfbedeckung vorzugsweise ein Käppi aus Leopardenfell getragen. Die Kombination reicht bei uns locker um in die Klapse zu kommen. Er dürfte aber geflunkert haben, da er immerhin schlau genug war während seiner Herrschaft etwa 4 Milliarden Dollar auf die Seite zu schaffen.

Ceausescu, Sohn eines Schweinehirten aus einem rumänischen Kaff, hat es sich zur Gewohnheit gemacht, sich von den ihn umgebenden Arschkriechern zum Geburtstag eigens gedichtete Lyrikbände zu seiner Verehrung schenken zu lassen. Daraus bezogen andere Arschkriecher ihre Inspiration, unter anderem war der geliebte Staatschef unter Titeln wie Großer Kommandant, Titan der Titanen, gloriose Eiche aus Scorniceşti, Sohn der Sonne, der Auserwählte oder unser irdischer Gott bekannt. Heute noch am geläufigsten ist jedoch die Bezeichnung Genie der Karpaten.

Francois Duvalier, auch „Papa Doc“ genannt, erkannte bei einem Blick in den Spiegel abwechselnd Lenin, Jesus Christus oder den ersten Kaiser von Haiti in seinem Gegenüber. Den im Voodoo-Glauben verfangenen Proleten seiner Diktatur erklärte er, er wäre „Baron Samedi“ ein auf dem Friedhof lebender von übernatürlichen Kräften geschützter Dämon. Die anderen Bewohner seines Landes hat er hinrichten lassen. Dennoch war er bei seinem Volk extrem beliebt – er wurde laut amtlichem Endergebnis ohne eine einzige Gegenstimme zum Präsidenten gewählt. Das Wunder wiederholte sich, als er seinen Sohn „Baby Doc“ zu seinem Nachfolger wählen ließ. Papa ist friedlich eingeschlafen, Baby musste ins Exil und denkt jetzt in Paris drüber nach, was er Böses getan hat.

Salah Eddine Ahmed Bokassa oder selbsternannter Kaiser Bokassa I, wenn einem das lieber ist, hat in seiner Amtszeit nur Waffengeschäfte mit Frankreich gemacht oder eigenhändig seine Gegner gefoltert und – was man so hört – auch ab und zu einen gekostet. Sein gerechtes Ende: Zweimal wurde er zum Tode verurteilt, was dann in lebenslange Zwangsarbeit geändert wurde, halt da hab ich mich vertan, dann noch mal in 20 Jahre Zwangsarbeit bevor er im Zuge einer Generalamnestie begnadigt wurde. Gestorben ist er in hohem Alter an einem Herzinfarkt

Trujillo, nicht der Bassist von Metallica, sondern Rafael Leónidas Trujillo Molina, für Freunde schlicht Jefe, für die anderen auch Wohltäter des Vaterlandes, Vater des Neuen Vaterlandes oder Generalissimo. Die Hauptstadt seines Landes ließ er in „Stadt des Trujillo“ umbenennen, seinen Sohn mit 10 Jahren zum General ernennen. Selbst wollte er etwas hellhäutiger sein und benutzte deswegen Schminke, damit die Bevölkerung das gleiche Ziel erreicht, ließ er die Dunkelhäutigen ermorden und lud helle Hauttypen zur Einwanderung ein. Wenigstens ist er selbst auch erschossen worden.

Saparmurat Nijasow, der Führer aller Turkmenen, hat nicht nur Städte, Schulen, Flughäfen und einen Meteor nach sich benannt, sondern auch den Monat Jänner. Zudem hat er sich nach einer Herzoperation das Rauchen abgewohnt, also ist es jetzt – ähnlich wie in Italien – auch in Turkmenistan für alle verboten in der Öffentlichkeit zu Rauchen. Seine drei Standardwerke „Buch der Seele“, "Er Segne das Turkmenvolk" und "Die fünf Jahrhunderte der Turkmenischen Geistlichkeit" sind im ganzen Land beliebt und nicht nur Pflichtlektüre für Kinder in der Schule und für Erwachsene jeden Samstag, man wird dazu auch bei der Führerscheinprüfung abgefragt.

Teodoro Obiang Nguema Mbasogo, diesmal in Äquatorialguinea, der übliche Scheiß, kreativ aber seine Verlautbarung vom Juli 2003, wo im staatlichen Radiosender erklärt wird, dass Mbasogo nun „Gott von Guinea“ wäre, er könne nun „töten ohne sich zu rechtfertigen und ohne in die Hölle zu kommen“.

Félix Houphouët-Boigny, hat in der Elfenbeinküste mitten im Dschungel die größte christliche Kirche der Welt errichten lassen. Aus Sparsamkeitsgründen aus echtem italienischem Marmor und mit Glasfenstern aus Frankreich. Sein Kollege (als Staatschef), der Papst, hat sich zunächst geziert das Wahnsinnswerk einzuweihen, aber weil Felix versprochen hat im Gegenzug ein Krankenhaus zu bauen, hat er’s schließlich doch getan. Der Grundstein für das Krankenhaus schlummert noch friedlich in einem elfenbeinküstischen (??) Feld. Später hat Felix seine Liebe zu sakraleren Bauten entdeckt und eine siebenspurige Autobahn von der bisherigen Hauptstadt in die neue Hauptstadt (zufälligerweise sein Geburtsdorf) gebaut. Die Bedarfsanalyse wurde ähnlich schlampig durchgeführt wie bei der Kirche.

Idi Amin aus Uganda hat so zwischen 100.000 und 500.000 Menschen auf dem Gewissen, wer weiß das schon so genau. Teilweise wurden die gleich den Krokodilen zum Fraß vorgeworfen um die Beseitigung zu beschleunigen. Aber es hat ihn die gerechte Strafe ereilt: Er musste nach Saudi-Arabien ins Exil. Gehungert hat der über 200 Kilo schwere Afrikaner Zeit seines Lebens so wenig wie die Krokodile zur Zeit seiner Herrschaft.

Ferdinand Marcos schließlich war ein lieber Diktator, er bleibt wohl ewig nur als der Ehemann der Frau mit der wahrscheinlich größten Schuhsammlung aller Zeiten in Erinnerung. Was man munkelt ist Paris Hilton aber gerade dabei den Rekord zu egalisieren.

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